Über Icebug

Am Anfang stand der Wille, etwas besser zu machen

Eliza Törnkvist und David Ekelund, die Gründer von Icebug, hatten ein kleines Schuhunternehmen, das sie ein paar Jahre zuvor zusammen gegründet hatten, als David sich Ende der 90er Jahre entschied, die Journalistik an den Nagel zu hängen und sich auf Vollzeitbasis seiner Designer-Mutter anzuschließen. Er sollte Eliza helfen, endlich Geld mit ihrer Kreativität zu machen und nicht nur andere geschäftstüchtige Menschen mit ihren Ideen reicher zu machen.

Das Konzept war simpel: In Zusammenarbeit mit Vanbestco, einem taiwanesischen Partner, für skandinavische Handelsmarken und Ketten Schuhe entwerfen, entwickeln, verkaufen und anschließend produzieren.

Das Ziel war deutlich und klar, zumindest für David. Eine Million Euro verdienen, um sich zurückzuziehen und Romane zu schreiben, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen, auch ein Buch zu verkaufen.

Die Geschichte fing also richtig gut an. Das etwas ungleiche Paar David und Eliza war erfolgreich und das Unternehmen florierte. Aufgrund des ständigen Drucks von Seiten des Marktes david-eliza sahen sie sich jedoch gezwungen, Abstriche in Bezug auf Qualität und Originalität zu machen, um weiterhin gut zu verkaufen. Und irgendwie erschien es ihnen sinnlos, einfach nur herumzusitzen und sich an den Finanzen zu orientieren.

icebug_david-eliza Die Frustration darüber, nicht die bestmöglichen Schuhe zu fertigen, ließ sich nicht länger ignorieren. Gemeinsam mit Vanbestco entschlossen David und Eliza sich darum, eine eigenen Marke zu gründen. Elizas Kompetenz war immer im Bereich Outdoor-Wintersport. Sie war ein Teil der schwedischen Welle an Handelsmarken, die in den 80er Jahren die Skibekleidung revolutioniert und den Begriff „Wintertrek“ erfunden hat – leichte und dennoch warme Schuhe mit einer isolierenden Schicht in der Sohle. Anfang der 90er Jahre stand warm jedoch immer noch für schwer.

Als David und Eliza sich Ende 1999 entschlossen hatten, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, gab es immer noch nicht viele richtig gute Winterschuhe auf dem Markt. Es gab definitiv Bedarf für etwas Besseres. Was das jedoch genau war, musste noch herausgefunden werden. Während sie damit beschäftigt waren, etwas richtig Gutes zu finden, das ausbaufähig war, fand Rudolph Chang, ein Partner bei Vanbestco Ltd, in Runner World eine kleine Rezension eines Laufschuhs mit dynamischen Spikes, die in die Sohle integriert waren. Er zeigte die Rezension Eliza und David und fragte: „Könnte das was für die neue Marke sein?“ Die Idee stieß nicht sofort auf Begeisterung. Damals war Rutschschutz (zumindest in Schweden) etwas, das niemand unter 70 Jahren auch nur anfassen würde, und obwohl sie niemals vorgehabt hatten cool zu sein, war es auch nicht notwendig, die Handelsmarke möglichst hausbacken zu gestalten.

Als ein mögliches Merkmal der neuen Handelsmarke wuchs das Konzept mit dynamischen Spikes jedoch schnell. Während es mehr als genug Schuhe gab, die die Füße warm und trocken hielten und darüber hinaus ziemlich cool aussahen (jedoch trotzdem nicht an Elizas Vision von Stil in Kombination mit Funktion herankamen), gab es nichts, das mit dem Problem der Griffigkeit auf einem glatten Straßenbelag fertig wurde. Eliza und David waren sich darüber im Klaren, dass die dynamischen Spikes, wenn sie funktionierten, das größte Problem der Winteraktivitäten lösen würden.

icebug_now1_winter16

Die ersten Testmodelle kamen zum Ende des Frühjahrs in Schweden an. Sie sahen, wie soll man sagen, ziemlich schlicht aus (gelinde gesagt). Da Eis und Schnee bereits lange geschmolzen waren, wurden die Testschuhe in der Eishalle getestet. Die ersten vorsichtigen Schritte auf dem sehr glatten (und harten) Eis wurden mit einem gewissen Zweifel genommen. Dann haben sie noch ein paar Schritte versucht, schon etwas unvorsichtiger. Sie fingen an zu laufen, starteten und stoppten und merkten schnell, dass die Griffigkeit besser wurde, je stärker sie mit der Sohle auf den Untergrund drückten. Sie trauten sich, schnelle Drehungen zu machen, und mit jeder Minute wurde das Lächeln auf ihren Gesichtern breiter.

Eliza und David sahen sich an und sagten: „Das ist fantastisch, es funktioniert, es funktioniert wirklich!“ In dem Augenblick hat Icebug das Licht der Welt erblickt. Der Test in der Eishalle war eine Offenbarung und bedeutete, dass sie ihren Auftrag gefunden hatten. Zehn Jahre später findet David es immer noch genauso fantastisch, die Schuhe anzuziehen und im Winter auf vereisten Wanderwegen zu laufen. Obwohl dieses Gefühl ganz klar jedes Mal genauso überwältigend ist, sind all die tollen Beurteilungen, die Icebug bekommt, eine noch größere Motivation. Sie zeigen, dass es da draußen ganz viele andere Menschen gibt, die genau dasselbe fühlen. Eine Steigerung der Lebensqualität! Lasst uns jedoch einen weiteren Blick in die Vergangenheit werfen. Nach den Tests auf dem Eis haben David und Eliza Kontakt zum Erfinder der dynamischen Spike-Technik aufgenommen.

Es war ein schillernder Kanadier, der ein Leben als Triathlet mit dem Dasein als Gummifabrikbesitzer kombinierte. Es hatte ihn gestört, dass er nicht den ganzen Winter über laufen konnte, und er hatte zugleich die notwendige Ausrüstung, um zu versuchen, dieses Problem zu lösen. Außerdem hatte er sich die Rechte an dem Patent gesichert. Nach einer umfassenden Entwicklung und vielen Tests war Icebug im Februar 2001 in München auf der Ispo, der weltgrößten Sportmesse, bereit für die Markteinführung. Das Logo von Icebug entstand auf einer Serviette in der Cafeteria der Ispo. Auf diesem kleinen weißen Papier entstand aus ein paar Tintenstrichen das kleine Eisinsekt, das zu Icebug werden sollte. Ein Käfer, den es wirklich gibt. Dieser besondere Borkenkäfer kann in jeder beliebigen Richtung auf Eis laufen und klettern, ohne herunterzufallen. Das war natürlich das perfekte Symbol für das Unternehmen Icebug! Die Show in München wurde zu einem Riesenerfolg. Icebug gewann den Outdoor Award für die beste Schuhinnovation und fing bereits ab der allerersten Lieferung im Herbst 2001 an, in sieben Länder zu exportieren. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.

zeal2_icebug_winter16

Eine Geschichte mit schweren Kinderkrankheiten (unter anderem große Probleme, die Lebensdauer der Spikes zu verbessern), enormen Anstrengungen, um überhaupt weiterzukommen, und einem hohen Maß an kreativer Verzweiflung (oder besser gesagt verzweifelter Kreativität), um die Trockenheit zu überleben, die der Sommer mit sich brachte. Jedoch auch eine Geschichte mit vielen lustigen und guten Menschen. Denn mehr als alles andere hat die Teamarbeit Icebug zu der Stellung verholfen, die wir heute einnehmen: Weltführend auf dem Gebiet der griffigen Schuhe (einige der größten Marken kopieren und inzwischen sogar … ).

Wir sind der lebende Beweis, dass man klein sein und trotzdem einzigartige Produkte fertigen kann. Unser letzter Meilenstein bei der Entwicklung von ist RB9X, eine neue Gummimischung, die im Frühjahr 2013 auf dem Markt vorgestellt wurde. Auf nassen Unterlagen greift sie besser, als irgendein anderes Material auf dem Markt. Es ist spannend, nicht nur als erstes damit zu kommen, sondern wieder dieses Gefühl von „wow, das funktioniert ja wirklich“ zu haben, sobald man auf nassem Stein läuft. Wir sind gekommen um zu bleiben und wir werden unsere Integrität und Leidenschaft behalten, wenn wir in Zukunft weiterwachsen.

Wir möchten immer neue Dinge lernen und unsere Produkte verbessern und wissen, wie wir diejenigen erreichen können, die sie wirklich brauchen. Unser Ziel ist es, 2020 eine Million Paare gefertigt zu haben (was auch wirklich eintreffen wird, wenn wir auf dem gegenwärtigen Kurs weiterwachsen). Unsere Motivation ist es nicht, um des Wachstums willen zu wachsen, sondern zu sehen, was die Auswirkungen sind, wenn eine Million Menschen dieses Werkzeug bekommen und sich inspirieren lassen, mehr draußen zu sein und aktiver zu werden. Wir sind davon überzeugt, dass wir ihre Lebensqualität zumindest ein kleines Bisschen verbessern werden und – wenn wir weiter zu träumen wagen – ihre Welt ein kleines Bisschen besser machen.